Dr. med. Manfred Lang
Arzt für Orthopädie,
Chirotherapie, Physik. Therapie
Ambulantes Operieren
Hilpertstr. 23
91052 Erlangen
Tel.: 09131/129040
Fax: 09131/129070



Der Hallux valgus – der Ballenfuß

Behandlungsprinzip: Gelenkerhaltend Operieren

Behandlungsziel: Schmerzfreie Funktion und kosmetisch ansprechendes Ergebnis


Obwohl hierzulande rund 10 Millionen Menschen, vor allem Frauen über 40, an dieser Erkran­kung leiden, sind die Ergebnisse der operativen Behandlung bislang vielfach unbefrie­digend gewesen.

Der Ballenfuß ( Hallux valgus) ist die häufigste Deformität des Fußes wegen der früher oder später Behandlungsbedürftigkeit besteht.

Ohne Operation führt die zunehmende Fehlstellung der Großzehe zu einer fortschreitenden Arthrose des Großzehengrundgelenkes bis hin zur Gehunfähigkeit.

Eine stadiengerechte, gelenkerhaltende Operation verhindert dies und führt zu funktionell und ästhetisch guten Ergebnissen.

Diese Operationsverfahren stellen heute den Standard in der Behandlung des Hallux valgus dar und zeichnen sich dadurch aus, daß das Ergebnis präoperativ planbar und der Fuß nach dem Eingriff belastungsstabil ist.

W as ist ein Hallux valgus?

Beim Hallux valgus weicht die Großzehe zum Fußaußenrand hin ab.

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Meist wandert der erste Mittelfußknochen zur Körpermitte hin, so daß Pfanne und

das Köpfchen des Großzehengrundgelenkes­ nicht mehr gerade aufeinander sitzen.

Dadurch rutscht die Großzehe vom Köpfchen herunter zum Fußaußenrand hin und drückt dabei häufig eine bis mehrere Nachbarzehen in eine mehr oder minder starke Krallen- oder Hammerzehen - Fehlstellung.

Folgen der Fehlstellung sind Schmerzen beim Gehen, Probleme mit dem Schuhwerk und kosmetisch störendes Aussehen.



Der Verschleiß der Gelenkflächen ist immer weiter fortgeschritten als es Röntgenbilder zeigen .

Die Operation erfolgt in der Regel in Allgemeinanästhesie und in Blutleere des Fußes, um optimale Voraussetzungen für die Operationsverhältnisse zu gewährleisten.

 

Die Operation nach

Chevron oder Austin – Osteotomie

Mit diesem Operationsverfahren läßt sich ein leichter bis mittlerer Hallux valgus sehr gut korrigieren.

Dabei trägt der Operateur zunächst den zur Körpermitte hin liegenden Knochenvorsprung am ersten Mittelfußknochen sparsam ab. Dann erfolgt der knöcherne Eingriff.



Die Spitze des V liegt im Zentrum des Gelenkköpfchens, die beiden Schenkel bilden einen Winkel von circa 60°.

Räumlich betrachtet entsteht eine Art stabiles Dach, auf dem das Köpfchen mit der Gelenkfläche aufsitzt.

Dann durchtrennt er den Knochen von der Mitte, V -förmig von der Seite

(= V - förmige Osteotomie) .

Der Operateur schiebt das Köpfchen auf dem Dachfirst so weit zur Fußaußenseite hin , daß die Gelenkflächen des Grundgelenkes wieder passgenau aufeinanderstehen.



In dieser Position wird es mit einem Draht oder einer Schraube fixiert. Anschließend wird der überstehende knöcherne Anteil angepaßt und die Operation mit der Einstellung der Sesambeine in ihr Gleitlager, sowie mit der Weichteil- und Kapselkorrektur abgeschlossen

 





 

Die Operation nach Reverdin

und

Reverdin-Green- Laird

Mit diesem Operationsverfahren läßt sich ein leichter bis mittlerer Hallux valgus mit einer Fehlstellung der Gelenkfläche des Mittelfußköpfchens sehr gut korrigieren.

Dabei trägt der Operateur zunächst den zur Körpermitte hin liegenden Knochenvorsprung am ersten Mittelfußknochen ( sogenannte „Exostosenabtragung) sparsam ab.


 


Es erfolgt die L- förmige Durchtrennung des Knochens von der Mitte des Mittelfußköpfchens aus mit der Entnahme eines mittig-basigen Keiles zur Geradestellung der Gelenkflächen.


 

Der Operateur schiebt das Köpfchen so weit zur Fußmitte hin, daß die Gelenkflächen des Grundgelenkes wieder passgenau aufeinanderstehen und die Zehe nach Schließen des Keils gerade steht.

nach Abtragen der Exostose Entnahme des mittig-basigen Keiles

In dieser Position wird der Mittelfußknochen mit einem Draht oder einer Schraube fixiert. Anschließend wird der überstehende knöcherne Anteil angepaßt, die Operation mit der Einstellung der Sesambeine in ihr Gleitlager, sowie mit der Weichteil– und Kapselkorrektur abgeschlossen.

Operationsverfahren nach

Meyer - Scarf

Bei einem relativ großem Intermetatarsalwinkel ( Winkel zwischen 1. und 2. Mittelfußknochen), bei dem eine Verschiebung im Kopfbereich nicht mehr sicher und stabil genug durchführbar ist, oder z.B. bei zystischen Veränderungen im Kopfbereich, die im Röntgen sichtbar sind, ist dieses Verfahren angezeigt.

Zunächst obligater Weichteil - Release und längerstreckige Knochendurchtrennung.

Durch die Z- förmige Schnittführung erzielt man eine gute Stabilität auch bei größerer Fehlstellung.

Beendet wird der Eingriff mit Abtragen des knöchernen Überstands und Weichteilkorrektur.

Nach dem kosmetischen Verschluß der Haut wird ein entstauender Kompressions- und Zügelverband sowie ein Vorfußentlastungsschuh angelegt.


Mit dem Verbandsschuh ist es möglich ohne Gehstützen unter Belastung der Ferse gehen.

Es folgen regelmäßige Verbandswechsel und Röntgen-Kontrollen.

Spätestens nach Entfernung der Fäden wird ein Toe Alignement Splint angelegt, der zur Sicherung der durchgeführten Weichteilkorrektur nach der Operation alternativ zu einer sogenannten Hallux-valgus-Nachtschiene für vier bis sechs Monate in der Nacht getragen werden muß.

Lymphdrainagen und Krankengymnastik ergänzen das individuelle Fuß-Rehabilitationsprogramm, um neben einem kosmetisch guten Ergebnis auch auf lange Sicht ein schmerzfreies Laufen und Gehen zu gewährleisten.

Dr. med. Manfred Lang